Das Quartier Ostrow

Historisch betrachtet war Ostrow  ein Dorf südlich der mittelalterlichen Stadt Cottbus, das im späten 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Tuchmacherfabrikation wurde. Heute ist Ostrow kein eigenständiger Stadtteil. Es ist vielmehr ein im Wandel begriffener Übergangsbereich unterschiedlicher stadträumlicher Strukturen. Das Quartier liegt südlich der Altstadt und wird von der Spree im Osten, der Bahntrasse im Süden, der Franz-Mehring-Straße im Norden und der Taubenstraße im Westen gefasst.

Ostrow ist siedlungstypologisch überaus heterogen und geprägt durch Gebäude des industriellen Wohnungsbaus der 1960er und 1970er Jahre, gründerzeitliche Mehrfamilienhäuser, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Fabrikgebäude aus Zeiten der Textilindustrie und dazugehörigen Fabrikantenvillen und einzelnen Sonderbauten. Diese ausgeprägte typologische Durchmischung ist auf die um 1850 einsetzende, sich in kurzer Zeit vollziehende Entwicklung vom Gärtner- und Handwerkerdorf zum Industrievorort sowie der Bombardierung zum Kriegsende zurückzuführen. Heute bilden große Freiräume, leerstehende Industriebauten und funktionsgebundene Flächen starke stadträumliche Zäsuren aus. Neubauvorhaben und Sanierungsmaßnahmen in der unmittelbaren Vergangenheit und zukünftige Entwicklungsideen überformen diese Brüche zunehmend und entwickeln neue Verbindungen im Quartier.

Die Gebietskulisse

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