COTTBUS

ENERGETISCHE STADTSANIERUNG

Einsatz von Innendämmung

am Beispiel der Sanierung der August-Bebel-Straße 87

Anlass

Nach dem Erwerb des denkmalgeschützten Gebäudes durch einen Projektentwickler sollte eine umfassende Modernisierung und Grundinstandsetzung erfolgen. Als Planungsziel wurde der energetische Standard KfW-Effizienzhaus Denkmal gemäß KfW-Programm 151 angestrebt. Um die energetischen Ziele zu erreichen und gleichzeitig die Behaglichkeit für die Nutzer zu verbessern, mussten gering gedämmte Fassadenbereiche wärmetechnisch ertüchtigt werden. Dies war bei den denkmalgeschützten Fassaden nur mittels Innendämmung realisierbar.

Konzeption

Die energetischen Maßnahmen umfassen insbesondere eine denkmalgerechte Wärmedämmung der Gebäudehülle (Kellerdecke, Dach, Außenwände und Fenster) sowie eine Erneuerung aller haustechnischen Anlagen. Die Wärmeversorgung erfolgt weiterhin über den Bezug von Fernwärme.

Die Innendämmung wurde im 4. OG straßenseitig als diffusionsoffenes System mit 8 bzw. 10 cm Zellulosedämmung zwischen Holz-Lattungen und mit raumseitiger Gipskartonbeplankung ausgeführt. Bei diesem Aufbau kann in der kalten Jahreszeit eine geringe Menge Kondensat innerhalb des Wandaufbaus auftreten, welche aber durch den kapillaren Feuchtetransport verteilt und abtransportiert wird.

Alternativ zu Zellulosedämmung stehen am Markt auch weitere diffusionsoffene bzw. diffusionsdichte Innendämmsysteme zur Verfügung. Innendämmungen stellen auf Grund der geringeren Fehlertoleranz gegenüber einer Außendämmung erhöhte Anforderungen an die Planungs- und Ausführungsqualität. Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

  • objektspezifische Prüfung der feuchteschutztechnischen Funktionsfähigkeit des Bauteilaufbaus
  • wirksamer Schutz vor äußeren Feuchtebelastungen
  • Wärmebrückenreduktion und Vermeidung ungedämmter Außenwandbereiche
  • luftdichte Gebäudehülle, luftdichte raumseitige Anschlussfugen
  • Vermeidung erhöhter Feuchtebelastungen der Raumluft
Energieeinsparungen

Der Wärmedurchgangskoeffizient (Maß für den Wärmedurchgang durch einen festen Körper, etwa eine Wand) ungedämmter historischer Ziegelwände erreicht je nach Wanddicke Werte im Bereich U = 1,3 bis 1,7 W/m²K. Im vorliegenden Fall wurden Außenwände mit U ~ 1,7 W/m²K durch 8 bis 10 cm Innendämmung auf U ~ 0,32 bis 0,36 W/m²K ertüchtigt. Dies entspricht einer Reduzierung der Transmissionswärmeverluste (Wärmeverlust durch Energieabgabe an die Umgebung) der betreffenden Außenwände um rund 80%. Außerdem erhöhen sich die Oberflächentemperaturen, wodurch sich die thermische Behaglichkeit verbessert und das Schimmelpilzrisiko sinkt.

Fördermitteleinsatz

Das Bauvorhaben wurde über das KfW-Programm 151 als KfW-Effizienzhaus Denkmal gefördert. Die Förderung umfasst ein zinsvergünstigtes Anuitätendarlehen (mit konstanten Rückzahlungsraten) bis 100.000 € je Wohneinheit und einen Tilgungszuschuss. Der Tilgungszuschuss beträgt aktuell 12,5-27,5% der Darlehenssumme bis maximal 27.500 € je Wohneinheit. Bei Sanierung zum KfW-Effizienzhaus liegt der Tilgungszuschuss bei 12,5% bzw. maximal 12.500 € je Wohneinheit.

Übertragbarkeit

Innendämmung ermöglicht eine Verbesserung des Wärmeschutzes ohne Änderungen an der Außenfassade und ist daher insbesondere für gering wärmegedämmte Altbauten prädestiniert. Die meisten Innendämmsysteme sind bereits langjährig bewährt und unter Beachtung der bauphysikalischen und konstruktiven Randbedingungen bei energetischen Sanierungsmaßnahmen erfolgreich einsetzbar.

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